Samstag, 22.09.07 |
Verantwortung lernen / Westfälische Nachrichten, 22.09.2007
Schulministerin Barbara Sommer wünscht sich Projekt "Verantwortung lernen" in ganz NRW
Münster. Elisabetta ist 14 Jahre jung. Gestern stand sie mit einigen ihrer Mitschüler von der Fürstenberg-Hauptschule auf der Bühne im Rathaus-Festsaal und berichtete vor großem Auditorium - darunter NRW-Schulministerin Barbara Sommer - über den Wahlpflichtunterricht an ihrer Schule unter der Überschrift "Wo kann ich mich nützlich machen im Stadtteil?". Die junge Schülerin erklärte souverän: "Wir sind in eine Kita bei uns in Handorf gegangen, haben uns vorgestellt, gesagt, wie wir heißen und dass es eine freiwillige Arbeit ist, die wir anbieten." Die Reaktion der Erzieherinnen sei gut gewesen. "Sie haben uns gesagt, dass wir mit den Kindern malen können, mit ihnen spielen dürfen oder ihnen beim Essen helfen können." Die Erzieherinnen, erzählte die 14-Jährige weiter, hätten anschließend gesagt, dass "wir ihnen sehr geholfen hätten".
Die Fürstenberg-Hauptschule ist eine von zehn Schulen in Westfalen, die an dem Projekt "Verantwortung lernen" teilnehmen. Die drei Stiftungen Bürgerwaisenhaus, Westfalen-Initiative und Bürger für Münster haben es zusammen im Herbst 2006 aus der Taufe gehoben.
Das Ziel: Schülern bürgerschaftliches Engagement nahe zu bringen - und Selbiges eben nicht nur mit Hilfe von Büchern: Wer sich in einen Rollstuhl setzt und selbst durch Münster fährt, der weiß besser wie sich Rollstuhlfahrer fühlen. Genau das haben Schüler des Berufskollegs Warendorf, Bereich Gesundheitswissenschaft, getan. Und dann mit behinderten Menschen Kontakt aufgenommen, um sie näher kennenzulernen.
"Wer als Jugendlicher engagiert ist, ist es auch als Erwachsener", sagte Professor Dr. Wolfgang Sander von der Uni Münster, der zur Fragestellung "Bürgerschaftliches Engagement von Schülern fördern?" referierte.
Zu den jungen Leuten, die aktiv sind, gehören auch Absolventen der Höheren Handelsschule (Berufskolleg Warendorf / Schwerpunkt Medien), die im Rahmen von "Verantwortung lernen" mit einem Geburtstagskind zusammenarbeiten: einem Sportverein in Everswinkel, der 100 Jahre alt geworden ist. "Ich möchte betonen, das haben die Schüler hier nicht gesagt, dass sie ganz viel in ihrer Freizeit tun", lobte Projektleiterin Dr. Jutta Schröten.
Schulministerin Barbara Sommer hofft, "dass von der Stadt Münster und der Region eine Initialzündung für das ganze Land" ausgehen wird. Das Projekt vermittle den Schülern über das reine Fachwissen hinaus soziale Kompetenzen. "Schülern nur Fachwissen zu vermitteln, das reicht nicht", stellte Birgit Berendes, Schulleiterin der Hauptschule Möhnesee, fest. Zeit für solche Projekte hätte jede Schule, betonte sie.
Bettina Laerbusch
Münsters Bürgerbrunch geht in die vierte Runde
8. Mai: Informationsveranstaltung von Bürgerstiftung und FreiwilligenAgentur
Umweltpreis 2012: Bürger, Vereine, Initiativen und Unternehmen müssen bis 31. Juli Projekte...