Freitag, 29.02.08 |
Verantwortung lernen / Westfälische Nachrichten, 29.02.2008
Glanzvoller Festakt in Berlin: Stiftung "Bürger für Münster" erhält den Förderpreis Aktive Bürgerschaft 2008.
Berlin / Münster Das geht runter wie Öl. Die "Stiftung Bürger für Münster" habe sich selbst übertroffen, lobt Dr. Peter Hanker, der Vorstandsvorsitzende des Vereins "Aktive Bürgerschaft": "Sie überzeugte durch professionelle Arbeit und einen einzigartigen Qualitätsanspruch." Die Vertreter der Stiftung sitzen in der ersten Reihe im prachtvollen Foyer der DZ-Bank am Brandenburger Tor und strahlen um die Wette. Für ihr Projekt "Verantwortung lernen!" haben sie soeben aus den Händen von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries den "Förderpreis Aktive Bürgerschaft" erhalten. Den ersten Preis, dotiert mit 15?000 Euro.
"Verantwortung lernen!" ist ein Projekt, das die Bürgerstiftung gemeinsam mit der Stiftung Westfalen-Initiative und der Stiftung Bürgerwaisenhaus auf die Beine gestellt hat. Und das die Juroren des Preises, der bürgerschaftliches Engagement im Bereich Jugendarbeit würdigt, weit mehr überzeugt hat als Dutzende ähnlicher Projekte aus ganz Deutschland. Jugendliche werden nicht nur an ehrenamtliche Tätigkeit herangeführt - an Aufgaben in Altenheimen, Kindergärten, Stadtteilzentren oder bei der Hausaufgabenbetreuung. Ihr Engagement wird zudem im Schulunterricht behandelt. Das gibt doppelte Bestätigung.
"Wer Gutes tut, wird auch gut in der Schule", sagt Prof. Klaus Juncker, der Vorsitzende des Stiftungsrats. Die ZDF-Moderatorin Luzia Braun, die durch die Veranstaltung führt, hakt nach: "Seid ihr in der Schule besser geworden durch euer Engagement?" Stephanie Schmidt, Bianca Meyer und Fabian Klein stehen auf der Bühne; die Schüler aus Münster und Warendorf sind an "Verantwortung lernen" beteiligt. "Ja, schon", lautet die einmütige Antwort. Warum? "Man fühlt sich stärker. Man wird bestätigt."
Genau das ist es, was die Teilnehmer der Podiumsdiskussion "Zukunft Bürgerengagement" vor der Preisverleihung hervorheben. Jugendliche können viel, und sie engagieren sich auch weit mehr, als die öffentliche Diskussion ahnen lässt. Aber ohne Anerkennung, öffentliche zumal, drohe vieles im Sande zu verlaufen. Die Stiftung Bürger für Münster suche Jugendliche als Partner - und traue ihnen sehr viel zu. Umso nachhaltiger der Erfolg. "Wenn Sie heute in Münster aufwachsen", spricht die Bundesjustizministerin, "lernen Sie Verantwortung - bei der Bürgerstiftung." Das hört Hans Rath gern. Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung ist glücklich, dass das münsterische Projekt in einem solchen Rahmen gewürdigt wird: "Wir teilen die Freude mit all denen, die sich beworben haben." Zum Beispiel mit der Bürgerstiftung Weimar und der Bürgerstiftung Pfalz, die sich den zweiten Preis teilen und jeweils 5000 Euro erhalten. Die "Stiftung Bürger für Münster" hat mit ihrem Preisgeld Großes vor. Die 15?000 Euro gehen in einen Fond, aus dessen Erträgen alle zwei Jahre der Preis "Jugend macht Zukunft" finanziert werden soll.
Lukas Speckmann
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